„Eure Zahlen, eure Argumente“: LiveKomm startet das Club- und Festival-Monitoring 2026 – 15 Minuten, die Veranstaltern später helfen
„Eure Zahlen, eure Argumente“: LiveKomm startet das Club- und Festival-Monitoring 2026 – 15 Minuten, die Veranstaltern später helfen
Wer einen Club betreibt, ein Festival macht oder als Kollektiv Partys veranstaltet, kann jetzt die Zahlen liefern, mit denen die Szene in Deutschland verhandelt. Die Live-Musik-Kommission erhebt zum vierten Mal, wie es Spielstätten und Festivals wirklich geht. Anonym, rund eine Viertelstunde, Schätzungen reichen. Wir erklären, worum es geht und warum sich das lohnt.
Das Wichtigste vorweg
Die LiveKomm, der Bundesverband der Musikspielstätten, und ihre Regionalverbände haben das „Club- und Festival-Monitoring 2026″ gestartet, die vierte Welle ihrer bundesweiten Erhebung. Gefragt sind Clubs, Spielstätten, Veranstalterinnen und Veranstalter, Kollektive und Festivals. Die Umfrage dauert laut Verband rund 15 Minuten, Schätzwerte genügen, es werden keine IP-Adressen gespeichert, Name und Kontaktperson des Betriebs sind freiwillig. Veröffentlicht werden nur zusammengefasste Ergebnisse. Eine Frist nennt die Umfrage nicht.
Worum es geht
Wenn über Förderprogramme, Baurecht oder Schallschutz entschieden wird, zählt am Ende nicht, wer am lautesten klagt, sondern wer Zahlen hat. Genau dafür ist das Monitoring da: Die Verbände sammeln, wie Spielstätten und Festivals wirtschaftlich dastehen, und vertreten damit die Interessen der Szene gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Dass das funktioniert, zeigt die Einleitung der Umfrage selbst: Teile früherer Wellen sind in einen Bericht der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags eingeflossen. Die Antworten gehen außerdem – ohne Namen und ohne Bundesland – in die europäische Erhebung des Netzwerks Live DMA ein, das nach eigenen Angaben 23 Verbände in 19 Ländern und mehr als 4.500 Clubs, Spielstätten und Festivals vertritt.
Groove ordnet die Erhebung in die aktuelle Lage ein: steigende Fixkosten für Energie, Personal und Instandhaltung, ein jüngeres Publikum, das weniger Tickets kauft und weniger an der Bar ausgibt. Wie groß diese Effekte wirklich sind, weiß niemand genau – und das ist der Punkt. Ohne belastbare Daten bleibt jede Debatte über Clubsterben ein Austausch von Anekdoten.
So läuft die Teilnahme
Die Umfrage läuft online über LimeSurvey. Wer eine Zahl nicht einschätzen kann, wählt „keine Angabe möglich“; wer unterbrechen muss, speichert zwischen und lädt die Umfrage später wieder. Es braucht keine Mitgliedschaft bei der LiveKomm, keine Bilanz und keinen Steuerberater – die Einleitung bittet ausdrücklich um Schätzungen, wo exakte Werte fehlen. Datenschutz laut Verband: keine IP-Speicherung, Betriebsname und Kontaktperson freiwillig, Auswertung nur in zusammengefasster Form, aus der kein einzelner Betrieb erkennbar ist.
Wer mitmachen sollte
Clubs und Spielstätten jeder Größe · Festivals · Veranstalterinnen und Veranstalter · Kollektive, die regelmäßig Partys organisieren – auch ohne eigenen Raum. Je mehr kleine Betriebe antworten, desto weniger wird das Bild von den großen Häusern bestimmt.
Was mit den Daten passiert
Zusammengefasste Auswertung durch LiveKomm und Regionalverbände · Argumentationsgrundlage für Förderung, Baurecht, Schallschutz · anonyme Weitergabe an die Europa-Erhebung von Live DMA · frühere Wellen flossen in einen Bericht der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags.
Was das bedeutet
Wir haben keine Aktien in dieser Umfrage – OHRENFOOD betreibt keinen Club. Aber viele, die bei uns auflegen, senden oder mit uns zusammenarbeiten, veranstalten selbst: in Kellern, Hallen, auf Wiesen, mit Kollektiven, die auf keiner Förderliste stehen. Genau diese Leute fehlen in solchen Erhebungen regelmäßig, weil sie keine Zeit haben oder denken, ihr kleiner Laden zähle nicht. Er zählt. Wenn nur die großen Häuser antworten, sieht die Szene auf dem Papier anders aus, als sie ist.
Fünfzehn Minuten sind ein überschaubarer Preis dafür, dass die eigene Realität in der nächsten Debatte vorkommt. Vergangene Woche haben wir über den Nighttime Culture Index geschrieben, der die Nacht in sechs Weltstädten vermisst. Das hier ist die Version für den Club um die Ecke. Beides lebt davon, dass Leute antworten.
Die Eckdaten
Was: Club- und Festival-Monitoring 2026, Welle 4 – „Eure Zahlen, eure Argumente“
Wer fragt: LiveKomm (Live-Musik-Kommission, Bundesverband der Musikspielstätten) mit ihren Regionalverbänden
Wer antwortet: Clubs, Spielstätten, Veranstaltende, Kollektive, Festivals in Deutschland
Dauer: rund 15 Minuten, Schätzungen genügen, Zwischenspeichern möglich
Datenschutz: keine IP-Speicherung, Betriebsname freiwillig, nur zusammengefasste Veröffentlichung
Weitergabe: anonym an die Europa-Erhebung von Live DMA
Frist: keine genannt
Link: livekomm.limesurvey.net/900007 · Verband: livemusikkommission.de
Quellen: Einleitungstext der Umfrage (LiveKomm, Zielgruppe, Dauer, Datenschutz, Weitergabe an Live DMA, Bundestags-Bericht); Groove (5. November 2026, Einordnung); Live DMA (Netzwerkzahlen nach eigenen Angaben). Stand des Beitrags: 5. November 2026.