Techno-Takeover unter Tage – DJ-Sets in Berlins U-Bahnstationen
Techno-Takeover unter Tage – DJ-Sets in Berlins U-Bahnstationen
In einer überraschenden Initiative will die Berliner Verkehrsgesellschaft Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) künftig DJ-Sets und elektronische Live-Performances in ausgewählten U-Bahn-Stationen etablieren, um Clubkultur noch stärker in den öffentlichen Raum zu holen – mitten in die Stadt, mitten in den Alltag.
Clubkultur auf Gleisniveau – was die BVG plant
Berlin und Techno – das gehört längst zusammen wie Kick und Bassline. Bisher spielte sich die Clubkultur aber vor allem hinter Türen, Mauern und Türstehern ab: Keller, Industriehallen, Off-Locations, alte Fabriken.
Nun rückt ein neuer Raum in den Fokus: die U-Bahn-Station.
Laut der geplanten Initiative sollen zunächst ausgewählte Stationen testweise bespielt werden – allen voran Kottbusser Tor auf der Linie U8, einer der bekanntesten und zugleich rauesten Verkehrsknotenpunkte der Stadt.
Von dort aus könnten bei Erfolg weitere Stationen folgen, etwa entlang stark frequentierter Strecken mit hoher Pendlerdichte und urbanem Nachtleben.
Die Idee dahinter: Club-Sound in den Alltag bringen und die Atmosphäre in den Stationen positiv verändern. Statt grauer, angespannter Stimmung sollen kuratierte DJ-Sets, Live-Performances und elektronische Soundscapes für mehr Aufenthaltsqualität sorgen.
Gleichzeitig erhofft man sich, dass Musik und gut gestaltete Formate Nebeneffekte wie Vandalismus, Aggression und Unsicherheit im öffentlichen Raum langfristig abmildern können.
Zwischen Kotti, Club und Control Room – neue Bühnen für elektronische Musik
Für die elektronische Szene ist das mehr als eine nette Spielerei. Es öffnet eine komplett neue Schicht urbaner Bühnen:
- Spontane DJ-Sets im Transit: Pendler steigen aus der U-Bahn und laufen direkt in ein Set, das eher nach Off-Location als nach öffentlichem Nahverkehr klingt.
- Kurze Live-Showcases: 30–60 Minuten Performance-Slots – perfekt für Acts, die ihre Musik präsentieren wollen.
- Streaming & Broadcasting: U-Bahn-Stationen als neuartige Bühne für Livestreams.
- Label- und Kollektiv-Takeovers: Regelmäßige kuratierte „Under-Track-Sessions“.
Genau hier wird es spannend für Projekte wie OHRENFOOD – Livestream, Community, Clubkultur, öffentlicher Raum.
Die Idee: Der Alltag rauscht weiter – aber für ein paar Minuten wird die Rolltreppe zum Portal eines temporären Floors.
Akustik, Technik, Realität – passt die U-Bahn überhaupt zu Clubsound?
U-Bahn-Stationen sind akustisch extrem herausfordernd: Beton, Hall, Züge, Durchsagen. Damit aus dem Vorhaben kein verwaschener Krach wird, braucht es durchdachte technische Konzepte:
- Gezielte Beschallung statt breit gestreutem Lärm.
- Lautstärke-Limits für Verständlichkeit & Sicherheit.
- Strom- & Infrastrukturpunkte für DJ- und Streaming-Setups.
- Kurzslots mit Showcase-Charakter statt stundenlanger Sessions.
Der Raum zwingt zum Umdenken. Clubsound muss für die Umgebung neu gedacht werden – funktional, urban, mutig.
Wer spielt da eigentlich? DJs, Kollektive, Labels – und Streaming-Formate
Wer kuratiert die Musik? Denkbar sind:
- Curator-Programme mit Kulturpartnern.
- Rotierende Residenzen für eine Station pro Monat.
- Open Calls für DJs & Producer.
Für OHRENFOOD bedeutet das:
- Neue Kulissen für Streams & Mitschnitte.
- Neue Begegnungen weit außerhalb typischer Szenespaces.
- Neue Storytelling-Formate unter Neonröhren & Tunnelbeton.
Zwischen Euphorie und Skepsis – offene Fragen
- Lärmschutz & Anwohner: Wann wird’s zu viel?
- Sicherheit: Crowd-Management im ÖPNV.
- Kultur vs. Kommerz: Bleibt es subkulturell?
- Sichtbarkeit: Nur große Namen oder auch Underground?
Was bedeutet das für die Szene – und für Projekte wie OHRENFOOD?
Clubkultur ist längst urbanes Lebensgefühl, und sie sucht neue Räume.
Für OHRENFOOD entsteht plötzlich ein Dreieck aus Studio – Club – Öffentlicher Raum.
- Neue Motive für Videos & Socials.
- Neue Interaktionen mit zufälligem Publikum.
- Neue Narrative entlang der Stadtlinien.
Fazit: Neue Floors unter Berlin
Wenn Stationen wie Kotti oder Hermannplatz zu regelmäßigen Schauplätzen kuratierter DJ-Sets werden, dann ist das ein klares Signal:
- Clubkultur gehört zur Stadt – nicht nur nachts.
- Elektronische Musik wird sichtbarer und greifbarer.
- Für DJs, Labels & Streams entstehen neue Bühnen.
Augen und Ohren offenhalten.
Vielleicht steht die nächste OHRENFOOD-Livesession schon bald nicht nur im Studio – sondern unter Berlin.
👉 Stay tuned – und hallelujah für neue Floors unter Berlin.