STAY CORE: Berlin feiert zehn Tage lang seine Clubkultur — und verteilt 410.000 Euro
STAY CORE: Berlin feiert zehn Tage lang seine Clubkultur – und verteilt 410.000 Euro
Ab dem 2. Oktober läuft der TAG DER CLUBKULTUR – die größte Ausgabe seit dem Start 2020. Über 130 Veranstaltungen, mehr als 110 beteiligte Clubs, Kollektive und Radios. Und am 3. Oktober erfahren 32 von ihnen, dass sie ausgezeichnet werden.
Das Wichtigste vorweg
Die Clubcommission Berlin richtet den TAG DER CLUBKULTUR zum siebten Mal aus, in diesem Jahr unter dem Motto STAY CORE. Die offizielle Festivalwoche läuft vom 3. bis 11. Oktober, erste Veranstaltungen starten bereits am 2. Oktober. Herzstück ist der Kulturpreis: 32 Clubs und Kollektive erhalten zusammen 410.000 Euro. Wer dabei ist, wird zur Eröffnung am 3. Oktober verkündet.
Worum es geht
Der TAG DER CLUBKULTUR entstand 2020 als Lebenszeichen der Berliner Clubs in der Pandemie – als Anerkennung für Orte, die damals nicht öffnen durften. Sechs Jahre später ist daraus eine feste Größe im Kalender der Stadt geworden, gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und gemeinsam mit dem Musicboard Berlin umgesetzt.
Das Motto STAY CORE ist dieses Jahr eine Aufforderung. Die Clubcommission stellt drei Fragen in den Mittelpunkt: Wie bleiben kulturelle Freiräume bestehen? Wie entstehen Orte für Vielfalt, Widerspruch und Solidarität? Und wie behauptet Clubkultur ihre Rolle als Experimentierfeld, wenn der wirtschaftliche und gesellschaftliche Druck wächst?
Der Kulturpreis
Was vergeben wird
32 Auszeichnungen, insgesamt 410.000 Euro. Clubs erhalten 20.000 Euro, Kollektive 10.000 Euro. Für Newcomer sind 10.000 Euro für Clubs und 5.000 Euro für Kollektive vorgesehen. Die Kategorien heißen Raum & Ästhetik, Programm und Community.
Wer entscheidet
Zwei unabhängige Jurys, eine für Clubs und eine für Kollektive. Besetzt sind sie unter anderem mit Aida Baghernejad, Daniel Wang, Darwin, Electric Indigo, Ayosha Kortlang, Melissa Perales und Sophie Yukiko – aus Musikjournalismus, Labelarbeit, Soundsystem-Kultur, Ballroom und kuratorischer Praxis.
Wer sich bewerben konnte
Alle aktiven Berliner Clubs und Kollektive, die seit mindestens einem Jahr durchgehend kulturell arbeiten und ein eigenes öffentlich zugängliches Programm umsetzen – unabhängig von Genre, Größe oder Organisationsform. Die Bewerbungsphase lief im Sommer.
Die Festivalwoche
Die zweite Säule ist offen für alle: Die Teilnahme an der Festivalwoche war unabhängig von einer Preisbewerbung möglich. Herausgekommen ist nach Angaben aus dem Umfeld der Veranstaltung die bislang größte Ausgabe – über 130 Veranstaltungen von mehr als 110 Clubs, Kollektiven, Radiostationen und Initiativen, verteilt über die ganze Stadt.
Bemerkenswert ist dabei, wo überall gespielt wird. Neben Clubnächten und Konzerten stehen Lesungen, Diskussionsrunden, Workshops, Performances und Ausstellungen auf dem Programm. Bespielt werden auch ein Theater, ein Kino, ein Museum, ein Hamam, der Frachtraum eines Lastenschiffs in Spandau und mehrere Spätis. Rund ein Drittel der Veranstaltungen ist kostenlos oder läuft mit solidarischem Eintritt.
Was das bedeutet
Nach den Nachrichten der letzten Wochen tut so ein Termin gut. Die Clubstudie vom August hat gezeigt, wie knapp es wirtschaftlich für viele ist; in München steht ein Betreiber vor Gericht; in Berlin hängt die Zukunft ganzer Areale an Vertragsfristen. Vor diesem Hintergrund ist eine Woche, in der 110 Häuser und Kollektive einfach mal zeigen, was sie können, mehr als ein Kulturprogramm.
Und 410.000 Euro sind für die Szene kein Kleingeld. 20.000 Euro entscheiden bei einem kleinen Laden darüber, ob eine kaputte Anlage ersetzt wird oder ob das Awareness-Team bezahlt werden kann. Es ersetzt keine Strukturförderung – genau die fordert die Clubcommission in ihrer Studie seit August. Aber es ist Geld, das ankommt, und Sichtbarkeit für Orte, die sonst erst Schlagzeilen machen, wenn sie schließen. Dass rund ein Drittel der Veranstaltungen umsonst oder solidarisch ist, macht es zusätzlich zu dem, was Clubkultur sein sollte: für alle zugänglich.
Die Eckdaten
Was: TAG DER CLUBKULTUR 2026, siebte Ausgabe
Motto: STAY CORE
Erste Veranstaltungen: 2. Oktober 2026
Offizielle Festivalwoche: 3. bis 11. Oktober 2026
Eröffnung und Bekanntgabe der Preisträger: 3. Oktober 2026
Kulturpreis: 32 Auszeichnungen, insgesamt 410.000 Euro
Dotierung: Clubs 20.000 €, Kollektive 10.000 €, Newcomer 10.000 € bzw. 5.000 €
Veranstalter: Clubcommission Berlin e.V., gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, umgesetzt mit dem Musicboard Berlin
Programm: tagderclubkultur.berlin
Quellen: Pressemitteilung der Clubcommission Berlin (15. Juni 2026) für Preisgelder, Kategorien, Jurys und Termine; FAZEmag; Angaben von berlin.de und visitBerlin. Hinweis: Die Zahlen zum Programmumfang – über 130 Veranstaltungen, mehr als 110 Beteiligte, rund ein Drittel kostenlos oder solidarisch – sowie die genannten Spielorte stammen aus der Vorberichterstattung und sind uns nicht durch eine zweite unabhängige Quelle bestätigt. Programm, Zeiten und Eintrittspreise können sich ändern – aktuelle Angaben beim Veranstalter prüfen. Stand des Beitrags: 28. September 2026.